Wirtschaftsverträge · Veröffentlicht am 17.07.2026 · ~4 Min. Lesezeit

Vertragsstrafe: Wie man Strafen im Vertrag festlegt

Die Vertragsstrafe legt im Voraus eine Sanktion für den Fall der Nichterfüllung des Vertrags fest. Diesen Betrag ausgewogen zu bestimmen hilft, das Geschäft zu schützen, ohne Übermaß zu erzeugen.

Was die Vertragsstrafe ist

Die Vertragsstrafe ist eine vertragliche Regelung, die eine in der Regel finanzielle Sanktion für den Fall der vollständigen oder teilweisen Nichterfüllung des Vereinbarten festlegt. Sie erfüllt üblicherweise zwei Funktionen: die Nichterfüllung zu entmutigen und zugleich eine Entschädigung im Voraus zu bestimmen. Im Allgemeinen gibt sie den Parteien mehr Vorhersehbarkeit über die Folgen eines etwaigen Versäumnisses.

Arten der Vertragsstrafe

Es ist üblich, die Vertragsstrafe nach ihrem Zweck zu unterscheiden. Die Wahl der Art beeinflusst, wie die Sanktion in jeder Situation angewendet wird.

  • Kompensatorische Vertragsstrafe, verbunden mit der vollständigen Nichterfüllung der Verpflichtung
  • Verzugsvertragsstrafe, ausgerichtet auf den Verzug bei der Erfüllung
  • Kombinationen, wie sie je nach Art des Vertrags vorgesehen sind

Vorkehrungen bei der Festlegung des Betrags

Der Betrag der Strafe muss üblicherweise verhältnismäßig zur Hauptverpflichtung sein. Sehr hohe Sanktionen können angefochten und in manchen Fällen gemäß der anwendbaren Gesetzgebung herabgesetzt werden. Deshalb gibt die Festlegung eines ausgewogenen und mit dem Vertrag stimmigen Betrags der Klausel tendenziell mehr Sicherheit.

Vertragsstrafe und weitere Schäden

Je nach Formulierung kann die Vertragsstrafe die Geltendmachung zusätzlicher Schäden ausschließen oder nicht. Klar zu machen, was die Strafe umfasst, hilft, Diskussionen über die Möglichkeit der Kumulierung von Sanktionen und Entschädigungen zu vermeiden. Die passende Lösung hängt vom konkreten Fall und den Zielen der Parteien ab.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall muss individuell von einem Anwalt geprüft werden.

Häufige Fragen

Kann die Strafe wegen Nichterfüllung herabgesetzt werden?

In bestimmten Situationen ja. Die anwendbare Gesetzgebung lässt zu, dass als übermäßig angesehene Sanktionen je nach Fall herabgesetzt werden. Deshalb ist es üblicherweise empfehlenswert, einen zur Verpflichtung verhältnismäßigen Betrag festzulegen.

Sind Vertragsstrafe und Verzugszinsen dasselbe?

Nein. Die Vertragsstrafe ist eine im Voraus festgelegte Sanktion für die Nichterfüllung, während Verzugszinsen üblicherweise den Zahlungsverzug vergüten. Beide können im Vertrag stehen, haben aber unterschiedliche Funktionen.

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