Steuerrecht · Veröffentlicht am 17.07.2026 · ~4 Min. Lesezeit

Steuersubstitution: Was sie ist und wie sie das Unternehmen betrifft

Die Steuersubstitution ist ein Erhebungsmechanismus, der die Steuerabführung bei einem einzigen Steuerpflichtigen der Kette bündelt. Zu verstehen, wie sie funktioniert, hilft, Berechnungsfehler und unberechtigte Kosten zu vermeiden.

Was ist die Steuersubstitution

Die Steuersubstitution (ST) ist ein Regime, bei dem die Verantwortung für die Abführung der Steuer — in der Regel der ICMS — einem anderen Steuerpflichtigen zugewiesen wird als demjenigen, der den Steuertatbestand verwirklicht. In der Praxis führt in vielen Branchen die Industrie oder der Importeur die Steuer der gesamten Kette im Voraus ab, und die nachfolgenden Glieder, wie Großhändler und Einzelhändler, führen die Steuer für diese Ware in der Regel nicht erneut ab.

Wie die vorgezogene Erhebung funktioniert

Beim gängigsten Modell, der sogenannten ST "nach vorne", nimmt der Bundesstaat den Endverkaufspreis an den Verbraucher an und erhebt die Steuer auf dieser Grundlage bereits zu Beginn der Kette. Um diesen Wert zu ermitteln, wird üblicherweise eine Wertschöpfungsmarge (MVA) oder ein in der Gesetzgebung des Bundesstaates festgelegter Referenzpreis angewandt. Die eigene Steuer des Vorgangs und die durch Substitution einbehaltene Steuer werden auf der Rechnung gesondert ausgewiesen.

Wichtigste Auswirkungen für das Unternehmen

  • Vorwegnahme von Liquidität, da die Steuer vor dem Verkauf an den Endverbraucher gezahlt wird
  • Notwendigkeit, korrekt festzustellen, ob das Produkt dem Regime unterliegt, was je nach Bundesstaat und NCM variiert
  • Aufmerksamkeit bei zwischenstaatlichen Vorgängen, die eine Abführung über einen nationalen Erhebungsbeleg (GNRE) sowie die Beachtung von Abkommen und Protokollen erfordern können
  • Möglichkeit der Erstattung oder Nachzahlung, wenn der tatsächliche Preis von der angenommenen Bemessungsgrundlage abweicht

Vorsichtsmaßnahmen und Aufmerksamkeitspunkte

Die Anwendung der ST hängt vom Produkt, vom Bundesstaat und von der Art des Vorgangs ab, und die Regeln ändern sich häufig. Eine falsche Einstufung einer Ware oder das Ignorieren eines zwischenstaatlichen Protokolls kann zu einer zu geringen Abführung, zu Bescheiden oder andererseits zu unberechtigten Zahlungen führen. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, den Produktstamm und die steuerlichen Parametrisierungen des Systems regelmäßig zu überprüfen.

Wann eine Erstattung beantragt werden kann

Wenn der Verkauf an den Endverbraucher zu einem Wert unterhalb der angenommenen Bemessungsgrundlage erfolgt, kann das Unternehmen Anspruch auf Erstattung der Differenz haben, gemäß der gefestigten Auffassung zur ST. Übersteigt der tatsächliche Preis hingegen die angenommene Bemessungsgrundlage, verlangen einige Bundesstaaten die Nachzahlung. Jede Situation hängt von der jeweils anwendbaren Gesetzgebung des Bundesstaates und vom angemessenen Nachweis der Vorgänge ab.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall muss individuell von einem Anwalt geprüft werden.
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Häufige Fragen

Unterliegt jedes Unternehmen der Steuersubstitution?

Nein. Die ST gilt nur für bestimmte Produkte und Vorgänge, die in der Gesetzgebung des jeweiligen Bundesstaates vorgesehen sind. Es muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Ware in das Regime einbezogen ist, in der Regel ausgehend von ihrer steuerlichen Einstufung und dem betroffenen Bundesstaat.

Führt auch ein Unternehmen im Simples Nacional den ICMS-ST ab?

In der Regel ja. Auch Unternehmen, die für den Simples Nacional optiert haben, können der Abführung des ICMS durch Steuersubstitution unterliegen, wenn sie Produkte handeln, die vom Regime erfasst sind, auch wenn der eigene ICMS innerhalb des Simples gezahlt wird. Die Einzelheiten hängen vom konkreten Sachverhalt und von der Gesetzgebung des Bundesstaates ab.

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