Holding & Nachfolge · Veröffentlicht am 17.07.2026 · ~4 Min. Lesezeit

Nachlassverfahren: warum es in der Regel teuer und langwierig ist — und wie man das reduziert

Ohne Planung läuft die Vermögensübertragung in der Regel über das Nachlassverfahren — ein Verfahren, das langwierig und kostspielig sein kann. Die Nachfolge zu Lebzeiten zu organisieren hilft in der Regel, Überraschungen zu vermeiden.

Das Nachlassverfahren (inventário) ist das Verfahren, mit dem das Vermögen einer verstorbenen Person ermittelt, bewertet und unter den Erben aufgeteilt wird. Obwohl es oft ein unvermeidlicher Schritt ist, ist seine Durchführung ohne jede vorherige Planung tendenziell kostspieliger und langwieriger, als viele Familien annehmen.

Warum das Nachlassverfahren in der Regel teuer und langwierig ist

Mehrere Faktoren tragen zu den Kosten und der Dauer des Nachlassverfahrens bei. In der Regel ist es notwendig, sämtliche Unterlagen zu den Vermögenswerten zusammenzutragen, Schulden zu ermitteln, Immobilien und Gesellschaftsbeteiligungen zu bewerten und am Ende den Bestand unter den Erben aufzuteilen. Jeder dieser Schritte kann Ausgaben verursachen und Zeit erfordern.

Hinzu kommt die Erhebung des ITCMD (Imposto sobre Transmissão Causa Mortis e Doação, Landessteuer auf Erwerb von Todes wegen und auf Schenkungen), die auf die Übertragung von Todes wegen anfällt. Dazu kommen Gerichtskosten und Honorare. Bestehen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Erben, zieht sich das Verfahren in der Regel noch weiter hin, da Fragen, die einvernehmlich gelöst werden könnten, letztlich gerichtlich entschieden werden.

  • Notwendigkeit, die Unterlagen aller Vermögenswerte zusammenzutragen und zu ordnen
  • Bewertung von Immobilien, Unternehmen und sonstigen Vermögenswerten
  • Anfall von Steuern, Gerichtskosten und Honoraren
  • Möglicher Streit zwischen den Erben, der Fristen und Ausgaben erhöht

Wie eine Nachfolgeplanung Zeit und Kosten verringern kann

Die Nachfolgeplanung ist die Gesamtheit der noch zu Lebzeiten getroffenen Maßnahmen, um die künftige Vermögensübertragung zu organisieren. Zu den häufigsten Instrumenten gehören die Schenkung unter Nießbrauchsvorbehalt, die Gründung einer Familienholding und das Testament. Jedes hat einen eigenen Zweck und kann je nach Fall kombiniert werden.

Der Grundgedanke besteht darin, Entscheidungen vorwegzunehmen und die Vermögensstruktur so zu organisieren, dass der Übergang reibungsärmer erfolgt. In vielen Situationen kann dies ein einfacheres Nachlassverfahren oder sogar eine Verringerung der Auseinandersetzungen zwischen den Erben bedeuten. Zu bedenken ist jedoch, dass jede Familie ihre Besonderheiten hat und dass die Ergebnisse vom konkreten Fall abhängen — es gibt weder eine Universalformel noch eine Garantie, Kosten und Fristen vollständig zu beseitigen.

Vorher zu organisieren verhindert, dass die Entscheidung allein bei der Justiz liegt

Wenn es keinerlei vorherige Organisation gibt, bestimmen die gesetzlichen Regeln und gegebenenfalls der Richter, wie das Vermögen aufgeteilt wird. Die Planung zu Lebzeiten ermöglicht es der Person selbst, ihre Absichten innerhalb der gesetzlichen Grenzen zu äußern, wobei stets der den notwendigen Erben vorbehaltene Pflichtteil (legítima) zu wahren ist.

Es handelt sich nicht um ein Thema, das auf große Vermögen beschränkt ist. Auch Familien mit einer Immobilie, einem kleinen Unternehmen oder Geldanlagen können von einer besser organisierten Struktur profitieren, die Unsicherheiten für die Hinterbliebenen verringert.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall erfordert eine individuelle Prüfung durch eine qualifizierte Fachperson.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall muss individuell von einem Anwalt geprüft werden.

Häufige Fragen

Ist das Nachlassverfahren immer verpflichtend?

In der Regel hängt die Vermögensübertragung von einem Nachlassverfahren ab, das gerichtlich oder, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, durch öffentliche Urkunde erfolgen kann. Die Planung zu Lebzeiten beseitigt diesen Schritt nicht zwangsläufig, kann ihn aber vereinfachen. Die Bewertung hängt vom konkreten Fall ab.

Garantiert die Planung zu Lebzeiten, dass keine Kosten und Steuern anfallen?

Nein. Die Planung kann helfen, die Nachfolge zu organisieren und in vielen Fällen Reibungen und Ausgaben zu verringern, aber es gibt keine Garantie, Steuern wie das ITCMD oder alle anfallenden Kosten zu beseitigen. Jede Situation ist individuell zu bewerten.

Ab welchem Vermögen lohnt sich eine Planung?

Es gibt keinen Mindestwert. Auch bescheidene Vermögen können von einer vorherigen Organisation profitieren, insbesondere wenn Immobilien, ein Familienunternehmen oder ein mögliches Konfliktpotenzial zwischen Erben bestehen. Am ratsamsten ist es, fachliche Beratung zur Bewertung des Falls einzuholen.

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