M&A für KMU · Veröffentlicht am 17.07.2026 · ~4 Min. Lesezeit

Hohe Zinsen verändern, wie viel Ihr Unternehmen wert ist

Der Wert eines Unternehmens hängt nicht nur davon ab, was es erwirtschaftet, sondern davon, wie viel das Geld zum Zeitpunkt des Verkaufs kostet. Wenn die Zinsen steigen, ist derselbe Gewinn tendenziell weniger wert. Diesen Mechanismus zu verstehen, hilft, Zeitpunkt und Struktur des Geschäfts zu entscheiden.

Es ist verlockend zu denken, der Wert eines Unternehmens hänge allein von seiner Leistung ab – wie viel es verkauft, wie viel es gewinnt, wie viel es wächst. Aber es gibt einen externen Faktor, der direkt in die Rechnung eingeht: die Kosten des Geldes. In Szenarien hoher Zinsen wird dasselbe Unternehmen, mit denselben Ergebnissen, tendenziell mit einem geringeren Wert bewertet. Zu verstehen, warum, hilft dem Unternehmer, bessere Entscheidungen darüber zu treffen, wann und wie er verkauft.

Wie die Zinsen in die Bewertung eingehen

Ein Großteil der Bewertungsmethoden geht von dem Gedanken aus, dass der Wert eines Geschäfts der Barwert der Ergebnisse ist, die es künftig erwirtschaften soll. Um diese künftigen Ergebnisse auf den heutigen Wert zu bringen, wird ein Abzinsungssatz angewandt, der die Opportunitätskosten des Kapitals und das Risiko widerspiegelt. Wenn die Zinsen steigen, steigt tendenziell auch dieser Abzinsungssatz – und mit ihm sinkt der Barwert derselben künftigen Ergebnisse.

Der Effekt auf die Multiplikatoren

In der Praxis der KMU nutzen viele Verhandlungen Multiplikatoren – etwa einen Wert, der einem Vielfachen des Jahresergebnisses des Unternehmens entspricht. Diese Multiplikatoren sind nicht fest: Sie folgen tendenziell dem Umfeld von Zinsen und Kredit. In der Regel drücken höhere Zinsen die praktizierten Multiplikatoren, weil auch der Käufer höhere Kapitalkosten und eine teurere Finanzierung für den Erwerb hat. Die Folge ist ein für denselben Gewinn typischerweise niedrigerer Preis.

Was das für Verkaufswillige bedeutet

Das Gewicht der Zinsen in der Bewertung anzuerkennen, bedeutet nicht, den Markt erraten zu wollen, was niemand mit Sicherheit tut. Es bedeutet, diese Variable in die Entscheidung einzubeziehen. Einige Punkte, die meist in diese Überlegung einfließen:

  • Der Zeitpunkt des Verkaufs im Verhältnis zum Zins- und Kreditzyklus;
  • Die Struktur des Geschäfts, einschließlich Bar-, Raten- oder an künftige Leistung geknüpfter Zahlungen;
  • Der Verschuldungsgrad des Unternehmens, der bei hohen Zinsen belastender wird;
  • Die Möglichkeit, Ergebnisse zu stärken und Risiken zu verringern, während ein besserer Zeitpunkt abgewartet wird.

Wert wird mit Methode geschätzt

Keine Bewertung ist eine absolute Wahrheit: Bewertung ist Schätzung, abhängig von Prämissen und Verhandlung. Aber das macht sie nicht zu bloßer Mutmaßung. Konsistente Methoden, explizite Prämissen und gut aufgebaute Szenarien erlauben dem Unternehmer, die Wertspanne seines Geschäfts und die Faktoren zu verstehen, die sie am stärksten beeinflussen – auch die externen wie die Zinsen.

Fazit

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall erfordert eine individuelle Prüfung durch eine qualifizierte Fachperson.

Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall muss individuell von einem Anwalt geprüft werden.

Häufige Fragen

Warum senken hohe Zinsen den Wert des Unternehmens?

Weil die meisten Bewertungsmethoden künftige Ergebnisse mittels eines Abzinsungssatzes auf den Barwert bringen. Wenn die Zinsen steigen, steigt tendenziell dieser Satz und der Barwert derselben Ergebnisse sinkt. Der Effekt variiert je nach Fall.

Sollte ich warten, bis die Zinsen fallen, um zu verkaufen?

Es gibt keine Einheitsantwort. Der Zinszyklus ist ein relevanter Faktor, aber die Entscheidung hängt auch vom Zeitpunkt des Unternehmens, von der Branche und von persönlichen Zielen der Gesellschafter ab. Zu versuchen, das Markthoch festzunageln, ist in der Regel riskant.

Was ist ein Multiplikator bei einer Unternehmensbewertung?

Es ist eine Referenz, die den Wert des Geschäfts als ein Vielfaches eines bestimmten Ergebnisses ausdrückt, etwa des Gewinns oder der jährlichen Cashflow-Generierung. Der praktizierte Multiplikator variiert mit Branche, Größe, Risiko und dem Umfeld von Zinsen und Kredit.

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