Was den Wert Ihres Unternehmens in der Due Diligence senkt
Die Due Diligence ist der Moment, in dem der Käufer das Unternehmen von innen öffnet. Was verborgen war, kommt zum Vorschein – und wird meist zum Abschlag. Das Haus vorher aufzuräumen, ist in der Regel günstiger, als die Probleme am Verhandlungstisch zu entdecken.
Nach einer ersten Preiseinigung führt der Käufer die Due Diligence durch: eine detaillierte Untersuchung der buchhalterischen, steuerlichen, arbeitsrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen und vertraglichen Aspekte des Unternehmens. In dieser Phase werden Versprechen mit Dokumenten konfrontiert. Wenn Überraschungen auftauchen, ist der häufigste Effekt nicht der Abbruch des Geschäfts, sondern die Preissenkung – Abschläge, Einbehalte eines Teils des Preises und zusätzliche vom Verkäufer verlangte Sicherheiten.
Verborgene Verbindlichkeiten
Nicht zurückgestellte steuerliche und arbeitsrechtliche Eventualverbindlichkeiten, laufende Verfahren, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und nicht erfasste Verpflichtungen sind in der Regel das, was Käufer am meisten erschreckt. Die verborgene Verbindlichkeit erzeugt eine doppelte Strafe: Sie senkt den wahrgenommenen Wert und untergräbt das Vertrauen in die vom Verkäufer erteilte Information. Diese Eventualverbindlichkeiten vor dem Verkauf zu erfassen und, wo möglich, zu bereinigen, verhindert, dass sie während der Prüfung als Falle erscheinen.
Ungeordnete Buchhaltung
Zahlen, die der Überprüfung nicht standhalten, sind einer der größten Wertzerstörer. Wenn die Buchhaltung die Realität des Betriebs nicht klar abbildet – Privat- und Geschäftsvermögen vermischt, ohne konsistente Abstimmungen –, geht der Käufer tendenziell vom Schlimmsten aus und bepreist das Informationsrisiko. Geordnete und prüfbare Abschlüsse geben dagegen Sicherheit und beschleunigen die Verhandlung.
Schwache Verträge
Der Wert vieler Unternehmen liegt in ihren Verträgen: mit Kunden, Lieferanten, Vermietern und Schlüsselmitarbeitern. Schwächen in diesem Bündel senken den Preis. Zu den Punkten, die in der Prüfung meist Aufmerksamkeit erregen, gehören:
- Wichtige mündliche oder informelle Verträge ohne Dokumentation;
- Klauseln, die eine Kündigung bei Kontrollwechsel erlauben;
- Übermäßige Konzentration des Umsatzes auf wenige Kunden ohne formelle Bindung;
- Schlecht definierte Fragen des geistigen Eigentums und der Lizenzen.
Das Haus vorher aufräumen
Die Logik der Due Diligence belohnt, wer sich vorbereitet hat. Jedes Problem, das der Verkäufer vorher löst, ist ein Argument weniger für den Käufer, den Preis zu senken. Eine vorherige Vorbereitung – mitunter Vendor Due Diligence genannt, wenn der Verkäufer selbst das Unternehmen vorab prüft – erlaubt, Schwächen rechtzeitig zu erkennen und zu beheben, statt sie unter Druck zu verhandeln.
Fazit
Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Jeder Fall erfordert eine individuelle Prüfung durch eine qualifizierte Fachperson.
Häufige Fragen
Was ist Due Diligence bei einem Unternehmensverkauf?
Es ist die detaillierte Untersuchung, die der Käufer in der Regel nach einer ersten Preiseinigung durchführt, um buchhalterische, steuerliche, arbeitsrechtliche, gesellschaftsrechtliche und vertragliche Aspekte des Unternehmens vor dem Abschluss zu prüfen.
Bricht eine verborgene Verbindlichkeit immer den Verkauf ab?
Nicht immer. Der häufigste Effekt ist die Preissenkung, mit Abschlägen, Einbehalt eines Teils des Preises oder dem Verlangen nach Sicherheiten. Dennoch können relevante Eventualverbindlichkeiten in bestimmten Fällen das Geschäft undurchführbar machen.
Lohnt es sich, vor dem Verkauf eine Due Diligence durchzuführen?
In vielen Fällen ja. Die vorherige Überprüfung durch den Verkäufer selbst erlaubt, Schwächen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, was Überraschungen und den Spielraum für Abschläge während der Prüfung des Käufers verringert.
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